Grußwort des Bürgermeisters zum neuen Jahr

(Donnerstag, den 09.01.2014 um 09:37)


„Tu erst das Notwendige, dann das Mögliche und plötzlich schaffst du das Unmögliche.“ Mit diesem doch zuversichtlich stimmenden Satz von Franz von Assisi, dem legendenumrankten, italienischem Ordensstifter, möchte ich meine Worte zum neuen Jahr an Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, einleiten. 

Und eine solche Zuversicht brauchen auch wir, die wir in der Stadt Südliches Anhalt etwas bewegen beziehungsweise die Lebensqualität in unserer Stadt halten und verbessern wollen.

Was die Kommunen heutzutage zu leisten haben, grenzt schon nah an das Unmögliche. Es wird immer verzwickter, angesichts stetig wachsender Aufgaben und Ausgaben einen nicht nur ordnungsgemäßen, sondern auch zukunftsweisenden Haushalt zu erstellen.

Aber das ist nur die eine Seite kommunalen Alltags. Die andere spricht von Lichtblicken: Neue Marktlücken und –chancen tun sich auf, auch hier bei uns; neue Initiativen sprießen aus dem Boden; viele Bürgerinnen und Bürger der Stadt engagieren sich auf die ein oder andere Weise für die Stadt und die Menschen, die in ihr leben und arbeiten. Zu ihnen gehören die vielen freiwillig Tätigen, die Ehrenamtler, zu ihnen gehören Unternehmer, denen ihr Standort etwas wert ist, zu ihnen gehören die Mitglieder von Vereinen und Organisationen sowie Parteien.

Sie alle tun das, was sie für notwendig halten und was ihnen möglich ist, und bringen damit die Stadt Südliches Anhalt weiter. Sie tragen zur Lebensqualität in unserer Stadt bei und legen den Grundstein, damit sie auch eine Zukunft hat; sie geben Hoffnung, dass wir mit vereinten Kräften auch an das Unmögliche herankommen. Und deshalb möchte ich allen Bürgerinnen und Bürgern, die sich auf die eine oder andere Weise für die Stadt Südliches Anhalt engagieren, gleich zu Beginn des neuen Jahres vielmals danken.

Ohne dieses Bürgerengagement stünden wir nicht da, wo wir heute stehen. Es zeigt sich auf vielerlei Feldern: im sozialen wie im ökonomischen Bereich, auf der kulturellen wie auf der sportlichen Ebene. Es reicht von der Mitwirkung bei der Freiwilligen Feuerwehr bis zur Nachbarschaftshilfe, von der ehrenamtlichen politischen Arbeit in Ortschaftsräten und im Stadtrat bis zur ehrenamtlichen Arbeit in den Vereinen. Bürgerengagement macht unsere Stadt attraktiver und freundlicher. Die Bürgerinnen und Bürger, die auf unterschiedlichste Art aktiv werden, sind zuversichtlich, etwas bewirken zu können. Sie glauben daran, jemandem helfen, die Dinge gut regeln oder zumindest die öffentliche Aufmerksamkeit auf ihr Anliegen lenken zu können, und haben so bereits die erste Hürde genommen. Ihr Einsatz spricht deshalb immer auch von Aufbruch.

Kommunaler Alltag wird jedoch nicht nur von dem Handeln der Bürgerinnen und Bürger bestimmt, sondern auch und leider in immer zunehmenderem Maße, von der wirtschaftlichen und politischen Großwetterlage.

Wirtschaftlich betrachtet, geht es der Stadt von Jahr zu Jahr besser. Der Haushalt der Stadt für das Jahr 2013 konnte erstmals ausgeglichen gestaltet werden. Dies lag zum einen an den seit Jahren wieder stetig steigenden Gewerbesteuereinnahmen, aber auch an dem Umstand, dass zum Haushaltsjahr 2013 die Doppik eingeführt wurde.
Der bereits im Jahr 2012 auf den Weg gebrachte Plan zur Entwicklung von Gewerbe- und Industriefläche konnte im vergangenen Jahr zur Beschlussreife geführt werden.
Darüber hinaus führten die ansässigen Firmen in den bereits vorhandenen Industrie- und Gewerbestandorten ihre Investitionsbemühungen fort, was wiederum auf eine gute wirtschaftliche Lage schließen lässt.

Was die politische Großwetterlage betrifft, so war im Jahr 2013 Sturm angesagt.
Da erreichte uns im Frühjahr die Botschaft, dass das Land Sachsen-Anhalt die Schulentwicklungsplanung 2014 bis 2018 auf den Weg gebracht hat, welche zum Inhalt hat, dass viele kleine Grundschulen zum Schuljahr 2014/2015 geschlossen werden müssen. Der Grund dafür ist in der festgelegten Mindestschülerzahl zu sehen. Diese wurde ab dem kommenden Schuljahr auf 60 Schüler festgelegt.
Welchen Unmut und welchen Streit diese Entwicklung in den vergangenen Monaten sowohl in der Bevölkerung als auch in den politischen Gremien der Stadt nach sich zog, ist sicherlich keinem verborgen geblieben. Die Thematik Schulentwicklungsplanung ist noch nicht abgeschlossen und wird uns auch in diesem Jahr noch weiter beschäftigen.
Eines ist jedoch klar: Durch die Betroffenen vor Ort muss ein eindeutiges Signal an die politische Führung in Magdeburg gehen: Haushaltskonsolidierung und Schuldenabbau ja, aber bitte mit Augenmaß und nicht zu Lasten der Jüngsten und Wehrlosesten unserer Gesellschaft. Denn schlussendlich ist es völlig unerheblich, wie viele Kinder im Grundschulalter mit dem Bus zur Schule fahren müssen, dass sie überhaupt fahren müssen, ist bereits Strafe genug.
So bleibt also festzuhalten, dass wir auf eine ganze Reihe von Komponenten, die unseren kommunalen politischen Aktionsradius bestimmen, keinen bzw. nur begrenzten Einfluss haben. Aber, und auch das soll nicht unerwähnt bleiben, wir haben durchaus Gestaltungsmöglichkeiten. Zu ihnen gehört eindeutig, für ein investitions- und familienfreundliches Klima zu sorgen; zu ihnen gehört eindeutig, auszustrahlen, dass uns viel an Menschen mit Tatkraft und Kreativität gelegen ist.

Wenn ich an das vor uns liegende Jahr 2014 denke, denke ich auch an die im Mai anstehenden Wahlen. Wir haben am 25. Mai diesen Jahres einen Superwahltag, an dem wir die Richtung für die nächsten fünf Jahre auf Kommunal- und Kreisebene festlegen können. Darüber hinaus bestimmen wir die Geschicke Deutschlands in Europa mit der Wahl zum Europaparlament. Ich bitte Sie, meine lieben Mitbürgerinnen und Mitbürger, zahlreich von Ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen.

Vor uns liegt ein Jahr mit großen Aufgaben und vielen Herausforderungen. Das Potenzial, sie zu meistern, zumindest das Mögliche, wenn nicht sogar das Unmögliche zu schaffen, hat unsere Stadt.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, mit Ihrem Engagement für und in unserer Stadt und der Bereitschaft, Zukunft selber zu gestalten, haben wir Grund, mit Zuversicht in das vor uns liegende Jahr zu blicken.

In diesem Sinne wünsche ich allen ein gutes und erfolgreiches neues Jahr.

Ihr Bürgermeister
Burkhard Bresch

 




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